Einflüsse aus der Erziehung

Wir alle unterliegen besonderen Prägungen aus unserer Erziehung.

 

Eltern oder nahe stehende Bezugspersonen haben in der Vergangenheit beiläufig erscheinende Sätze von sich gegeben, die sich – oftmals ohne unser Wissen – tief in uns eingebrannt haben.

Gelegentlich erinnern wir uns aber auch an diese Aussagen:

Eine meiner Klientinnen erzählte mir, dass ihr im Zuge der Therapie nun wieder eingefallen ist, dass sie von ihrer Mutter hörte:

„Lass dir bloß Zeit mit dem Kinderkriegen, denn danach ändert sich dein ganzes Leben schlagartig!“

 

Unbewusst hat sich in dieser Frau eine Angst manifestiert, die ihr so lange nicht zugänglich war, bis sie sich in der Therapie erlaubte, sich mit ihrer eigenen Muttergeschichte auseinanderzusetzen.

Ein weiterer wesentlicher Einfluss auf die Tochter ist, wenn ihre Mutter selbst noch nicht bereit für ein Kind war und ihre Schwangerschaft nicht annehmen konnte.

Mir ist an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass es in der Therapie keinesfalls darum geht, die Emotionen und die möglicherweise ambivalenten Gefühle ihrer eigenen Schwangerschaft gegenüber zu bewerten oder gar zu verurteilen.

Viel eher geht es darum, dass Sie lernen können, diesen Teil Ihrer Geschichte zu erkennen, zu verstehen und schließlich loszulassen.

Auch wenn es in vielen Fällen noch so schwierig erscheint, sich damit auseinander zu setzen:

In vielen Fällen hat der unerfüllte Wunsch nach einem Kind mit der Beziehung zur eigenen Mutter zu tun. Viele Kinderwunschklientinnen berichten von einer ambivalenten Beziehung zu ihrer Mutter.

Zorn und Angst – die vielleicht vordergründig keinen Stellenwert hat – verhindern in vielen Fällen, den bewussten Blick auf diesen Mutterkonflikten.

 

Psychotherapie ist ein Schlüssel dazu, die konflikthafte Haltung der eigenen Mutter aber auch anderen nahestehenden Bezugspersonen gegenüber bewusst wahrnehmen und langfristig auflösen und sich versöhnen zu können – um damit einen Schritt weiter auf ihr Wunschkind zugehen zu können.